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Bundestagspetition: Grundeinkommen
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dp.Connie
Schüler



Nicht registriert
# 07.02.2009 - 14:11:29 Leider keine Berechtigung       zitieren


Sicherlich, man kann davon leben, aber eben nicht sonderlich gut. Wenn Kinder dazukommen (in Deinem Fall ja noch nicht, denke ich), dann wird es hart. Zwar gibt es bei Hartz IV auch Zuschüsse für jedes Kind und auch alleinerziehende können noch einen kleinen Zuschuss beantragen, jedoch macht es das nicht leichter. Ein Leben in Würde stelle ich mir aber nun wirklich anders vor. Zum Leben gehört aber nicht allein das Essen. Kinder z.B. brauchen ständig neue Klamotten, da sie im Wachstum sind. Wenn man dann jedes Mal zum Amt muss und "betteln" muss, damit man evtl. die Schulsachen, Kleidung, mal nen neuen Schrank oder ein neues Bett bekommt, da es gebraucht wird, finde ich, reden wir nicht von Luxus. Das sind Dinge, die braucht man eben. Dass Hartz IV nicht gut ist, wie es ist, hat sich mehrfach bestätigt. Gerade für die Entwicklung für Kinder ist das mehr eine Bremse als etwas Gutes.

Mal abgesehen davon, gibt es einfach nicht mehr für jeden einen Arbeitsplatz (und daran würden Mindestlöhne überhaupt nichts ändern!). Und es sind nicht alle, die nicht arbeiten wollen. Vielen ist es ja auch nicht möglich aus bestimmten Umständen.

Was ist mit Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind? Die Kinder haben? Die "zu alt" für den Arbeitsmarkt sind? Es ist ein Ding der unmöglichkeit, solchen Menschen zu vermittlen, dass sie eine Schuld tragen, für die sie nichts können. Und trotzdem bekommen sie jeden Tag aufs neue vorgeführt, dass sie gesellschaftlich nichts Wert sind. Kein Mensch und schon garnicht sein vermeindlicher Wert darf darüber definiert werden, was er arbeitet, und ob ers überhaupt tut. Viel zu schnell wird ihnen vorgeworfen, sie würden es nicht wollen....

Mal abgesehen davon. Schau Dir die Entwicklung an. Menschliche Arbeitskraft ist nicht lukrativ. Sie ist teuer, sie ist risikobehaftet. Es entsthen neue Arbeitsplätze, die dazu dienen, langfristig Arbeit zu vernichten (Innovationen in der Technik, Automatisierungsprozesse). Wer arbeitet gern etwas mit dem Gedanken, dass er 1.) ersetzbar ist, 2.) nicht für sich arbeitet 3.) Dinge tut, die nicht notwendig sind. Es gibt abertausende Jobs, die als ABM des Arbeitgebers bezeichnet werden könnten, da niemand gern Menschen entlässt und Arbeitsplätze staatilich gefördert werden.

Der Gedanke der Generation vor 50 Jahren war doch der, dass sie hart gearbeitet haben, damit wir es mal besser haben. Das war Arbeit mit dem Ziel, dass man von Arbeit befreit wird.

Wenn Du den Film mal siehst, wirst du auf das Beispiel mit der Waschmaschine und dem Friseur kommen. Eine Waschmaschine hat vor 50 Jahren noch ca. 3200 Sfr gekostet. Heute kostet sie ebenfalls 3200 Sfr. Damals war das Geld ca. das dreifache Wert, d.h. durch die automatisierungsprozesse konnten die Waschmaschinen im Laufe der Zeit ein Drittel vergünstigt hergestellt werden. Beim Friseur war es so: vor 50 Jahren kostete ein Herrenhaarschnitt ca. 2,50 Sfr. Heute kostet er 40 Sfr. Menschliche Arbeitskraft ist und bleibt teuer. Es ist einfach so. Noch dazu die sozialen Aspekte und die steuerlichen und Sozialabgaben.

Für eine Maschine braucht der Arbeitgeber keine Sozialabgaben zahlen, ebenso ist die Arbeit einer Maschine nicht Einkommenssteuerpflichtig.

Gerade dieser Prozess der autmomatisierung ist eben nicht aufzuhalten, langfristig ist es eben das wirtschaftlichste.

Man muss auch mal umdenken können, was nicht heißt, dass man das Grundeinkommen gut finden muss (und in einer höhe von 1.500 EUR auch nicht umsetzbar). Aber langfristig muss aus den Köpfen der m.E. Unfug raus "Recht auf Arbeit" Arbeit ist eine Pflicht. Es gab noch nie einen Fall, wo jemand das Recht auf eine Pflicht eingefordert hat. Vielmehr sollte es heißen "Recht auf Einkommen".


Zuletzt modifiziert von -][DP][-Connie am 07.02.2009 - 14:16:41

Neo
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# 07.02.2009 - 15:25:19 Leider keine Berechtigung       zitieren


ich denke mal, dass viele es so sehen wie du (ich auch), aber geht es nicht gerade eher um die frage, ob das grundeinkommen sinnvoll wäre, um dieses problem zu lösen? bzw. ob das überhaupt möglich ist.

 Zitat von Connie

Was ist mit Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind? Die Kinder haben? Die "zu alt" für den Arbeitsmarkt sind? Es ist ein Ding der unmöglichkeit, solchen Menschen zu vermittlen, dass sie eine Schuld tragen, für die sie nichts können. Und trotzdem bekommen sie jeden Tag aufs neue vorgeführt, dass sie gesellschaftlich nichts Wert sind. Kein Mensch und schon garnicht sein vermeindlicher Wert darf darüber definiert werden, was er arbeitet, und ob ers überhaupt tut. Viel zu schnell wird ihnen vorgeworfen, sie würden es nicht wollen....


das kenne ich leider auch aus dem verwandtenkreis und es grenzt nahezu an demütigung und verlust an der würde des menschen, dass man von der arbeitsagentur so behandelt wird. es ist schon ne art erpressung, was die dort abziehen! ich kenn da nun auch schon mehrere fälle und es bringt mich jedesmal dazu hass auf das system zu entwickeln...



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